Zürich, 18. Dezember

Ein jüdischer Berufsschüler meldet dem SIG, dass ein Mitschüler, der nichts über die Religionszugehörigkeit seines jüdischen Schulkollegen weiss, in der Schule immer wieder gegen Juden hetze. Zum Beispiel sagt er, dass man alle Juden vergasen müsse.

St. Gallen, 12. Dezember

Ein Jugendlicher, welcher mit Kollegen im Regionalzug von Rorschach nach St. Gallen fährt, singt lauthals eine krass judenfeindliche Liedstrophe. Auf die missbilligende Reaktion einer mitreisenden Frau hebt er die Hand zum Hitlergruss und erwähnt die NSDAP. Die anderen Mitreisenden reagieren nicht auf den Vorgang.

Zürich, 27. November

Ein Mann, der stets einen Hut,  einen schwarzen Mantel und schwarze Hosen trägt und laut eigenen Angaben schon mehr als einmal mit einem Juden verwechselt wurde, wird auf der Strasse von einer unbekannten Frau  mit folgenden Worten angesprochen: „You gonna die, we’ll kill all the jews, because we hate you“. Weiter beschimpft sie den Mann in einer Sprache, die er nicht versteht.

Kümmertshausen, 08. November

Ein Funker sendet antisemitische Hetze in den Äther. Die Hassreden – unter anderem wird der Holocaust geleugnet – sind in Europa auf dem Amateurfunknetz zu hören. Der SIG hatte den Funker schon vor vier Jahren angezeigt. Danach war es rund drei Jahre lang ruhig, bis der Funker wieder aktiv wurde.  

Zürich, 17. März

Der Meldestelle des SIG wird ein antisemitischer Vorfall gemeldet: Der Melder wird im Zug von einer ihm unbekannten Person angesprochen und gefragt, ob er ein Ausländer sei. Der Melder verneint dies, worauf der Unbekannte antwortet: „Hauptsache du bist kein Saujude.“

St. Gallen, 14. März

Wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet, findet am 14. März im Kanton St. Gallen ein Treffen der Europäischen Aktion Liechtenstein (EA) statt. Ein junger Liechtensteiner EA-Aktivist leugnet an dem Treffen demnach den Holocaust und bezeichnet ihn als «grösste Jahrhundertlüge». Diese diene einzig und allein dazu, «den Seelenmord am deutschen Volk zu vollenden». Ausserdem lobt er in seiner Rede die Freiwilligen der Waffen-SS. Die Rede werden auf der EA-Website publiziert.

St. Gallen, 19, Februar

Vor einem  Fussballspiel  zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen kommt es im Vorfeld zu einem antisemitischen Vorfall: Um ihren Gegner zu verunglimpfen, verkleidet sich ein Fan des Fussballclubs Luzern als orthodoxer Jude, schmückt sich mit einem FC St. Gallen-Schal und führt danach den Fan-Umzug an. Grund für die Verkleidung ist offenbar, dass die St. Galler als „Juden“ bezeichnet werden, was eine Beschimpfung darstellen soll.