Antisemitismus im Internet (Beispiele)

Facebook, 15. September

Ein Facebookuser ruft zur Recherche auf: Der Talmud sei das Buch der Zionisten, die die Weltherrschaft in den Händen hielten. Ein Post, der zeigt, wie versucht wird, dem Antisemitismusvorwurf zu entgehen, indem man von "Zionisten" statt von "Juden" spricht.

Facebook, Sommer 2014

"Ich könnte alle Juden töten. Aber ich habe einige am Leben gelassen um euch zu zeigen, warum ich sie getötet habe." Dieses Zitat wird zusammen mit einem Bild von Hitler im Sommer 2014 hundertfach, wenn nicht sogar tausendfach auf Facebook gepostet und Hitler wird als weiser Mann gelobt. 

Facebook, 27. Juli

Der Administrator der Facebook-Gruppe "Demo für Palästina in der Schweiz", der sich in den Medien widerholt von Antisemitismus distanziert hat, postet selber antisemitische Texte. Er bezeichnet das "Israelitische Volk" als "Niveaulos, stolzlos, ehrlos, respektlos und asozial." Gegen den unbekannten Administrator wird deswegen Anzeige eingereicht.

Facebook, 25. Juli

Ein Jugendlicher schreibt über "Drecks Juden", die "alle in der gleichen Scheisse" stecken würde. Er postet unter seinem richtigen Namen und Profilbild und schreibt, dass er keine Angst vor der Polizei habe. Gegen den jungen Mann wird Anzeige eingereicht. 

Facebook, 17. Juli

Ein junger Mann schlägt vor, im Zürcher "Judenfriedlich" friedlich zu demonstrieren, jedoch den "Juden die Fresse zu polieren", falls ein Jude "dumm tut". Gegen den Mann wird Strafanzeige eingereicht. Ein weitere Facebooknutzer unterstützt die Idee, die Juden anzugreifen.

Facebook, 19. Juli

Ein junger Mann, offenbar aus der rechtsextremen Szene, postet antisemitische Kommentare in der Facebookgruppe "Demo für Palästina in der Schweiz". Der SIG zeigt den Mann an. Dieser erhält im Februar 2015 einen Strafbefehl von der Solothurnischen Staatsanwaltschaft. 

Facebook, 11. Juli

Ein Zahnarzt aus Basel, der auffällig oft auf Facebook antisemitische Posts verfasst, setzt die Taten der Nazis mit dem Vorgehen der Israelis gleich. Damit relativiert er den Holocaust. Er behauptet, dass Israel palästinensische Kinder absichtlich verhungern lasse und behauptet, dass Israel die Palästinenser in Konzentrationslager halten würden. 

Internet, 27. April

Dem SIG wird ein antisemitischer Text auf der Webseite der Europäischen Aktion des bekannten Holocaustleugners Bernhard Schaub gemeldet. In dem Text steht unter anderem, dass sich in den zwei Weltkriegen weisse Völker zerfleischt, und danach der "Rothschild-Kapitalismus" triumphiert habe. Der "Rothschild-Kapitalismus" wird von Rechtsextremen gerne als Chiffre für den "von Juden dominierten Kapitalismus" verwendet.