Verbaler Antisemitismus

Zürich, 12.12.2016

An einer Zürcher Schule wird ein jüdischer Schüler antisemitisch gemobbt. Hitlergruss, Holocaustrelativierungen und abfällige Bemerkungen häufen sich. Ein Hakenkreuz am persönlichen Spind des Opfers bringt das Fass zum überlaufen.

Zürich, 31.10.2016

An Halloween in Zürich machen Jugendliche antisemitische Sprüche, als sie einen jüdisch klingenden Namen am Briefkasten sehen. Unter anderem rufen sie „Scheissjuden“. Dazu werfen sie einen Gegenstand gegen die Hauswand.

Zürich, 30.10.2016

Durch die Medien wird bekannt, dass die Schweizer Neo-Nazi-Band „Mordkommando“ in ihren Songtexten mehreren Personen der SIG-Geschäftsleitung mit Mord droht. Zudem droht die Band mit Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Zürcher Stadtteil Wiedikon.

Fällanden, 18.07.2016

Beim jüdischen Friedhof in Fällanden wird ein Jude von einem aggressiv auftretenden Anwohner aufs Übelste mit „Sau Jude“ und mehrmaligem „Heil Hitler“  beschimpft. Zudem droht der Täter beim nächsten Besuch das Auto des Opfers zu zerkratzen und meint, dass es eine Schande sei, dass er neben einem jüdischen Friedhof leben müsse.

Zürich, 04.05.2016

Ein Mann wird auf dem Fussgängerstreifen beim Hauptbahnhof Zürich von einer unbekannten Frau aus einem vorbeifahrenden Auto beschimpft: „Und dann bist du auch noch so ein elender Drecksjude.“

St. Gallen, 19, Februar

Vor einem  Fussballspiel  zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen kommt es im Vorfeld zu einem antisemitischen Vorfall: Um ihren Gegner zu verunglimpfen, verkleidet sich ein Fan des Fussballclubs Luzern als orthodoxer Jude, schmückt sich mit einem FC St. Gallen-Schal und führt danach den Fan-Umzug an. Grund für die Verkleidung ist offenbar, dass die St. Galler als „Juden“ bezeichnet werden, was eine Beschimpfung darstellen soll.

St. Gallen, 14. März

Wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet, findet am 14. März im Kanton St. Gallen ein Treffen der Europäischen Aktion Liechtenstein (EA) statt. Ein junger Liechtensteiner EA-Aktivist leugnet an dem Treffen demnach den Holocaust und bezeichnet ihn als «grösste Jahrhundertlüge». Diese diene einzig und allein dazu, «den Seelenmord am deutschen Volk zu vollenden». Ausserdem lobt er in seiner Rede die Freiwilligen der Waffen-SS. Die Rede werden auf der EA-Website publiziert.

Zürich, 17. März

Der Meldestelle des SIG wird ein antisemitischer Vorfall gemeldet: Der Melder wird im Zug von einer ihm unbekannten Person angesprochen und gefragt, ob er ein Ausländer sei. Der Melder verneint dies, worauf der Unbekannte antwortet: „Hauptsache du bist kein Saujude.“

Kümmertshausen, 08. November

Ein Funker sendet antisemitische Hetze in den Äther. Die Hassreden – unter anderem wird der Holocaust geleugnet – sind in Europa auf dem Amateurfunknetz zu hören. Der SIG hatte den Funker schon vor vier Jahren angezeigt. Danach war es rund drei Jahre lang ruhig, bis der Funker wieder aktiv wurde.  

Zürich, 27. November

Ein Mann, der stets einen Hut,  einen schwarzen Mantel und schwarze Hosen trägt und laut eigenen Angaben schon mehr als einmal mit einem Juden verwechselt wurde, wird auf der Strasse von einer unbekannten Frau  mit folgenden Worten angesprochen: „You gonna die, we’ll kill all the jews, because we hate you“. Weiter beschimpft sie den Mann in einer Sprache, die er nicht versteht.

Zürich, 18. Dezember

Ein jüdischer Berufsschüler meldet dem SIG, dass ein Mitschüler, der nichts über die Religionszugehörigkeit seines jüdischen Schulkollegen weiss, in der Schule immer wieder gegen Juden hetze. Zum Beispiel sagt er, dass man alle Juden vergasen müsse.

St. Gallen, 12. Dezember

Ein Jugendlicher, welcher mit Kollegen im Regionalzug von Rorschach nach St. Gallen fährt, singt lauthals eine krass judenfeindliche Liedstrophe. Auf die missbilligende Reaktion einer mitreisenden Frau hebt er die Hand zum Hitlergruss und erwähnt die NSDAP. Die anderen Mitreisenden reagieren nicht auf den Vorgang.

Zürich, 13. August

Auf einem Parkplatz in Hegnau wird ein Mann, der durch seine Kippa als Jude erkennbar ist, von einem Mann aus einem Auto mit aggressiven „Jihad, Jihad“-Rufen angeschrien. Weiter schreit der Mann im Auto, dass er ein Gotteskrieger sei, und weitere unverständliche, aber mit Sicherheit feindselige Dinge.

Basel, 30. Juli

Drei als jüdisch erkennbare Personen werden vor der Synagoge in Basel von einem Mann aus einem vorbeifahrenden Lieferwagen mit Zurufen und obszönen Gesten belästigt und mit antisemitischen Beschimpfungen eingedeckt.

Zürich, 16. Juni

Vor dem „Le Shuk“, einem Laden mit koscheren Produkten,  wird eine jüdische Frau von einem Mann, welcher mit seinem Mofa vorbeifährt, als „Drecksjüdin“ beschimpft.

Zürich, 10. Mai

Ein als Jude erkennbarer  Mann wird am Morgen im Beisein seiner Kinder von Unbekannten antisemitisch belästigt. Auf dem Weg zur Synagoge hält ein Auto mit vier Personen (3 männlich, 1 weiblich) neben ihm an, und die Personen schreien „Free Palestine“ aus dem Auto. Der Mann antwortet darauf mit „Arschloch“ und der Fahrer steigt aus dem Auto. Dabei schreit er „Heil Hitler“. Er nähert sich dem jüdischen Mann und fragt, ob dieser kämpfen wolle, was er verneint. Beim Wegfahren schreien die Personen weiterhin „Heil Hitler“ aus dem Auto.